Für Eilige: SCO FAQ. Für Gründliche: SCO vs. IBM. Für die Nachwelt: Wikipedia: SCO v. IBM Linux lawsuit. Für Modedewußte: Das Anti-T-Shirt. Für .com-Veteranen: der Wired-Artikel.
Eine Firma, der es schon mal besser ging, glaubt, daß ihr Linux gehört. Die ganze Geschichte: AllYourLinuxAreBelongToUs/Verlauf
Faszinierend, nicht wahr? Die iX liefert die VerschwörungsTheorie dazu:
Kurzfassung: hinter allem steckt ein bekannter Hersteller von WindowsBetriebssystemen. Vielleicht will sich die Firma SCO aber auch nur zu einem möglichst hohen Preis an IBM verkaufen. Ganz gleich, welche Ziele wirklich hinter der Sache stecken: Mit dem offenen Brief an die Linux-Anwender ist daraus eine FUD-Kamapgne geworden. Die Abkürzung steht für FearUncertaintyAndDoubt und bezeichnet eine Strategie, mit der Verkäufer versuchen, Kunden vom Kauf eines Konkurrenzproduktes abzuhalten. SCO sieht das natürlich ganz anders. Man hält sich dort selbst für das Opfer einer Verschwörung,
Microsoft hat übrigens SCOs Ansprüche demonstrativ anerkannt und eine Lizenz gekauft. Nett, nicht wahr? Nein, nicht wahr, denn möglicherweise profitiert Microsoft von der ganzen Sache. Update: Inzwischen läßt man auch schon mal die Behauptung fallen, Open-Source-Software enhalte geistiges Eigentum von Microsoft.
Lizenzen gibt es bis Oktober 2003 zum Sonderpreis.
Robert X. Cringely, bekannt für "Unternehmen Zufall", das Buch über den Aufstieg Microsofts liefert auch eine Theorie nach:
Zusammenfassung: SCO hat den Code vielleicht selber in Linux einkopiert, sogar ohne hintergründige Absichten, aber die Manager, die das wußten, sind mittlerweile gefeuert. Die neuen Manager wissen nichts und suchen fieberhaft nach Schuldigen.
Übrigens ist nach wie vor unklar, ob es überhaupt nennenswerte Übereinstimmungen gibt und falls ja, in welcher Richtung der Code gewandert ist. Vielleicht hat SCO ja auch Code von Linux 'geborgt'? Nach einer anderen Theorie geht es im Streit zwischen SCO und IBM um Code, der von einer inzwischen von IBM aufgekauften Firma produziert wurde, und an dem SCO nur aufgrund dämlicher Lizenzvereinbarungen Rechte anmelden kann. Das wäre dann ein Beleg dafür, daß das UrheberRecht wenig mit den Urhebern zu tun hat. Die Logik dahinter ist hier noch einmal erklärt.
Möglicherweise geht es aber auch nur um die Beeinflussung von Aktienkursen, an der man bekanntlich eine Menge Geld verdienen kann, wenn man sie selbst ausführt. Ganz besonders, wenn man die Firma vielleicht noch zu den erhöhten Kursen verkaufen möchte. Und wenn dann die Anwälte selbst etwa 20% von SCO besitzen, sind sie sicher ganz besonders motiviert.
Reaktionen aus der OpenSourceCommunity: AllYourLinuxAreBelongToUs/Community
In Deutschland ist inzwischen eine einstweilige Verfügung ergangen, die der Firma SCO vorerst verbietet zu behaupten, Linux enthalte unrechtmäßig erworbenes geistiges Eigentum von SCO und Anwender könnten dafür haftbar gemacht werden.
Wer -- jenseits von .de -- Post von SCO bekommt und zur Zahlung von Lizenzgebühren aufgefordert wird, findet hier ein Beispiel einer angemessenen Antwort.
Daß niemand Angst vor SCO hat, liegt unter anderem daran, daß die Firma -- damals noch unter dem Namen Caldera -- selbt Linux-Distributionen zusammengestellt vertrieben und sich auch aktiv an der Kernel-Entwicklung beteiligt hat.
Ein paar Worte zur juristischen Seite des Falles gibt es hier, da und dort. Falls jemand versucht, Ihnen eine Lizenz zu verkaufen, sollten Sie diese fünf Fragen parat haben.
-- SvenTuerpe
siehe auch: Jargon File: AllYourBaseAreBelongToUs, LawyerRunCapitalism
